SOMETIMES IT TAKES A GOOD FALL TO REALLY KNOW WHERE YOU STAND

»Sie (jung) schreibt über Impulsivität und andere Katastrophen.«

Monat: Dezember, 2010

Stupidity of life

Es ist doch immer wieder dasselbe: Man lebt, mit dem Gewissen, längst zu wissen, was hart ist, was wehtut. Mit dem Gedanken, dass man wüsste, was Trauer, was Wut, was Enttäuschung ist. Man denkt, man wüsste es. Man lebt und erlebt. Man spaziert durch die große Welt, die gefährlich ist, wo man jederzeit den falschen Schritt setzen kann… und in ein Loch fällt. Und dann fällt man irgendwie ganz urplötzlich hin. Ob man über seine eigenen Beine stolpert, man beim Versuch sich an seine Mitmenschen zu klammern, danebengreift und ausrutscht, ob man in ein Loch fällt, dass auf einmal da war oder ob man langsam in der Erde einsinkt. Es ist stets dasselbe. Man wird traurig, denkt, es wird niemals besser, sieht nur noch schwarz und möchte nicht mehr leben. Man verliert den Spaß am Leben und Erleben. Dann wird man auf einmal wieder heile. Die Welt nimmt neue Farben an, man findet einen Halt, bevor man stolpert, die Freunde helfen einem wieder aufzustehen, das Loch füllt sich und irgendwann gelangt man wieder an die Oberfläche und selbst das langsame Sinken kann aufhören. Es ist doch immer wieder dasselbe: Wir laufen, wir fallen, wir liegen, wir stehen auf, wir laufen, , wir fallen, wir liegen, wir stehen auf, wir laufen, …

Im Grunde ist das Leben. Nicht mehr. Und das Leben zeichnet sich durch das Aufrappeln aus. Durch das Aufrappeln, durch das Aufstehen und durch das Laufen. Aufrappeln ist in die Sonne blicken, Aufrappeln ist neu gebären, Aufrappeln ist der erste Schritt in die richtige Richtung und Laufen ist Optimismus. Laufen ist Lebensfreude. Laufen ist Neugierde.

Es kann noch so viele Tiefs im Leben geben. Man kann noch so oft weinen, denken, die Welt hätte keinen Sinn mehr, das Leben kann noch so oft farblos werden. Irgendwann rappeln wir uns alle auf. Und von dem Moment an, beginnt es von vorne. Deshalb darf man niemals denken, es sei vorbei. Man darf nicht denken, es würde nie wieder kommen. Man soll aus dem, was man bekommt, das Beste machen. Und daran wachsen. Denn nur so, ist man vor dem nächsten Loch, vor dem nächsten Treibsand oder vor dem nächsten Ungeschick gewappnet und nur so steht man schneller wieder auf.

Aber vergesst es nicht. Vergesst den Schmerz, die Trauer, die Enttäuschung und die Wut nicht. Erinnert euch stets daran, wie es sein kein. Wie hart es sein kann, und erfreut euch in schönen Momenten daran, dass es euch nicht so geht. Es ist halt so. Schmerz gehört dazu.


Move on. It’s just a chapter in
the past.
But
don’t close the book. Just the page.

Zwingendes Glück

Wisst ihr, mir geht es gerade wirklich gut.

Mein Zeugnis sieht zum Halbjahr fröhlicher aus, als ich dachte. Die eins in Deutsch ist mir sicher. Das ist ein Wunsch, den ich schon so lange habe. Ich war immer ein Stück davor. Und jetzt ist es endlich wahr geworden. Und ja, ich finde ich habe es verdient. Punkt. Dann sind dann noch die unglaublich positiven Erinnerungen an das Konzert vor einer Woche. Es war so wundervoll. Ich würde jederzeit noch mal. Die Vorfreude zum Englandaustausch ist enorm und die Engländer sind alle total süß. Schreiben einen immer im Facebook an und wollen Deutsch üben. Die reinste Katastrophe, sag ich euch. Ich habe den besten Freund der Welt  (auch wenn er am Telefon gerade ein ziemlicher Arsch ist^^) und bin einfach froh ihn zu haben. Mit meinen Freundinnen ist mehr oder weniger auch alles in Butter und mit einer Freundin, die mir besonders am Herzen liegt, läuft es gerade auch wieder besser.

Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich über den „Angel of Berlin“ inzwischen irgendwie irgendwo hinweg bin. Also, ich denke, ich sei es. Kennt ihr es, wenn ihr das, was euch wehtut, verdrängen wollt? Alles tut, um nicht daran zu denken. Sich selbst sagt, das Leben sei der Wahnsinn. Sich so lange ein glückliches Leben einredet, bis sich irgendwann all der negative Gefühlsstrom auflöst und man letzten Endes nur noch von der Wucht des Stroms überwältigt ist? Trauer, Wut, Emotion staut sich an. Und irgendwann – plopp – platzt sie aus einem raus. Und man kann nichts dagegen tun.

Demzufolge frage ich mich: Ist meine gute Laune eigentlich echt?

Die einzige Abhängigkeit

Wisst ihr was? Es reicht. Es reicht einfach.

Jetzt mal ganz banal, aber bei „Harry Potter“ im zweiten Buch gibt es diese eine Stelle, die so viel bedeutet. Es ist der Sprechende Hut. Er sagt, es war allein Harrys Wille, der ihn zu dem Haus, zu den Leuten, zu seinem Weg gebracht hat, den er geht. Es sind nicht unser Schicksal, keine Zufälle, keine Verdammnis, die unser Leben bestimmen.

Ich bin glücklich.

Und man kann es sein. Einfach so. Weil ich es will. Weil ich mich dazu entscheide. Weil mein Wille meine Lebensansicht verändert. So optimiert, dass alles besser ist. Denn mein Wille, meine Entscheidung und die darauf folgende Lebensperspektive ist das, woran unser Schicksal, unsere Gefühle und unser Leben abhänig sind. Denn sie machen uns zu dem, was wir sind.
Wenn ich alles stets negativ sehe, wenn ich sage, mir geht es schlecht, wenn ich sage, mein Leben stimmt so nicht. Dann ist es auch so. Weil ich es so sehe.

Aus dem Grund muss man lernen, wie man mit schweirigen, traurigen und schmerzlichen Erfahrungen im Leben umgeht. Man muss lernen, kühlen Kopf zu bewahren. Denn so weiß man bald, was es heißt, das Leben zu genießen. Ein Leben, das ohnehin schon zu kurz ist, als das man die Zeit hätte, Trübsal zu blasen…