Wie lange das wohl noch hält

Ein Mensch mit Gefühlen ist nichts anderes als ein Gerüst mit Ballasten. Die einen sind aus besserem Holz gemacht, sind besser ausgestattet, wurden besser gepflegt – die anderen existieren ungewollt, instabil und halten alles nur bis zu einem gewissen Grad aus. Und in diesem Meer von Gerüsten spiegeln wir Menschen uns wider – denn auch wir sind nur da, um Leid und Freude zu bewältigen. Denn das ist das sogenannte „Leben“.

So kann Wochen zuvor alles unbegreiflich gut sein. Das Schicksal kann sich von seiner allerbesten Seite zeigen. Wir haben Ziele erreicht. Wir sind frei von Gewicht – frei von Gefahr. Wir, ob robust ausgestattet oder doch mitleidig schwach, stehen alle mit jedem Fuß unseres Gerüstes da. Und beten zum Himmel, dass nichts und niemand einen Weg zu uns findet. Jetzt, da wir doch absolut befreit sind.

 

Doch wie lange hält sowas?

Richtig – Glück ist schneller weg, als dass man sich daran gewöhnt.

 

Und nun folgen Woche für Woche, Tag für Tag… von Ereignis zu Ereignis weitere tonnenschwere Ballaste, die sich auf unserem Gerüst – unserem Geist – platzieren.  Sie sind unerwünscht, verhasst und in jedem Maße verflucht. Doch sie sind wie Unkraut, sie kommen immer wieder. Und jedes Gerüst muss seine Grenzen austesten.

 

Bis der Moment kommt, in dem es anfängt zu knacken.

 

Und man nicht mehr weiß, wie lange man dem noch Stand halten kann.