Das Königreich

Freundschaft, also wirklich wahre, ist das, was ich schon immer kenne. Was ich aus diesem Grund nicht immer so zu schätzen weiß, wie es sich gehört. Freunde, die einem das Gefühl geben, niemals alleine zu sein. Solche, deren Anwesenheit du dir immer sicher bist, selbst wenn du dich nicht meldest, man vom Weg abkommt, einen mehrere Tausend Kilometer trennen. Menschen, die dich kennen und akzeptieren, weil du sie zwar nervst, sie dich manchmal einfach nur richtig ins Gesicht schlagen wollen, aber die dich trotzdem nicht verstoßen. Und wenn ich diesen Menschen in einem Satz sage, was los ist, was mich besorgt, mich nervt, mein Leben auseinander nimmt und mir einfach dieser kurze Austausch, diese paar Sekunden, in denen mich jemand versteht, mir jemand zuhört, und mich nicht infrage stellt, sondern reagiert, ohne sich über meine Reaktion zu wundern – genau diese paar Sekunden geben mir jedes Mal das Gefühl immer jemanden zu haben, der da ist.

„Ich liebe dich.“ – Und dann gibt es immer diese eine Person, die dein Leben einfach ändert. Einfach so. So, wie man es bisher noch nie erlebt hat. Liebe. Und genau mit dieser Person nehme ich mein Leben in die Hand und erfahre, was Glück – also so richtiges – eigentlich bedeutet. Liebe ist, wenn du dich für jemanden freust, wenn er sich freut, selbst wenn dich das eigentliche Ereignis kein bisschen interessiert. Liebe ist, wenn du dein Verlangen nach diesem Menschen wirklich und ohne Scheiß aus dem Herzen links an der Brust zu fühlen ist. Wie ein Gezerre und du dich fragst, ob dieses widerlich aussehende Organ wirklich in der Lage ist das zu fühlen. Es ist Liebe, wenn du mitten in der Stadt stehst, den Menschen siehst und sonst nichts mehr wahrnimmst, dir der Rest, dein Aussehen, die Gedanken der Fremden, die Zeit – einfach Alles – für einen kurzen Moment scheißegal ist. Du liebst, wenn du einem Menschen das Versprechen glaubst, dass alles am Ende gut wird, obwohl es noch so aussichtslos erscheint. Denn dieser Mensch ist  deine Hoffnung.

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Und weil mir vieles nicht gegeben wird, weil vieles schwer ist, aber ich die zwei schönsten Dinge auf der Welt genießen und leben darf, ich weiß es nicht, deshalb lebe ich gut. Lebe ich sehr gut. Deshalb habe ich so ein Glück. Ein Leben in einem Königreich der Welt, weil ich das Beste von ihr habe.